Therapie

Psychoanalytisch orientierte Psychotherapie

Der Ansatz der analytischen Psychotherapie

Psychotherapie Setting

Die Art der Psychotherapie, die ich anbiete, nennt man psychoanalytisch orientierte Psychotherapie. Ich brauche den direkten Kontakt mit dem Patienten, bzw. mit der Patientin, deshalb sitzen wir uns in der Therapie gegenüber. Wir treffen uns in der Regel alle ein bis zwei Wochen. Dieses Setting hat einige Vorteile gegenüber der Situation der klassischen Analyse. Als Therapeut ist man sichtbar und deshalb auch spürbarer, man ist aktiv und gibt Antwort. Die niedrigere Frequenz gibt dem Leben, dem, was in den letzten Tagen geschehen ist, mehr Raum und damit dem Patienten oder der Patientin auch mehr Verantwortung für die Therapie.

Eigenverantwortung des Patienten

Das Sich-in-die Augen-Blicken im direkten Kontakt bekräftigt, dass der Patient mir etwas vorbringt, das ihn angeht. Für sein – anfänglich manchmal nicht recht klar fassbares – Anliegen muss der Patient oder die Patientin letztlich eine Lösung finden. Auch wenn ich als Therapeut all meine Erfahrung, all mein Wissen einbringe, mich zur Verfügung stelle, unterstützend bin, Verständnis zeige, erkläre, einen Rat gebe oder konfrontiere, bleibt es die Aufgabe des Patienten oder der Patientin, einen Weg mit sich und dem Leben zu finden. Wie immer sich der Patient oder die Patientin in Lebensfragen entscheidet, ich gehe den Weg mit.

Der Sinn von Symptomen

Ich gehe, der Psychoanalyse folgend, davon aus, dass die Symptome einen (verborgenen) Sinn haben. Symptome sind nicht Störungen, die wegtherapiert werden müssen, Symptome zeigen etwas von uns und unserer Stellung in der Welt. Deshalb stehen nicht Ihre Symptome oder Ihre Krankheit im Zentrum der Therapie, sondern Sie als ganzer Mensch. Natürlich soll das Leben wieder weniger eingeschränkt werden durch die Symptome. Denn erst wenn durch den therapeutischen Prozess der Leidens- und Symptomdruck abgenommen haben und wieder freie Energie zur Verfügung steht, kann man anders über sich und sein Leben nachdenken. Dann besteht die Chance, dass man sich und der Welt offener und bewusster begegnen kann.

Therapeutisches Vorgehen

In der Psychotherapie ist das wichtigste Gut die therapeutische Beziehung und nicht, wie man annehmen möchte, die therapeutische Ausbildung. Die gegenseitige Offenheit und Ehrlichkeit bilden die Basis der therapeutischen Beziehung. Das Vertrauen, das sich nach und nach aufbaut, bleibt ein Geschenk und Geheimnisse dürfen bleiben.

In den vielen Jahren therapeutischer Arbeit bestätigte sich dabei immer wieder, dass eine Psychotherapie etwas anderes ist als eine Behandlung einer somatischen Erkrankung: Eine Psychotherapie ist immer ein Miteinander-Unterwegssein. Nicht der Therapeut weiss, wie eine Behandlung geht und was gemacht werden muss, das finden wir miteinander im Verlauf erst heraus. Denn was der Patient oder die Patientin will und braucht und wieweit er oder sie gehen will, bestimmt wesentlich, welche Form eine Therapie annehmen wird. Psychotherapie kann nicht gelingen ohne Eigenverantwortung des Patienten oder der Patientin und auch nicht ohne deren Bereitschaft, im Aussen Schritte zu tun.

In der gegenseitigen Offenheit und im Vertrauen auf den Moment des Gespräches entwickelt sich der therapeutische Prozess. Insofern ist die analytische Therapie eher breit angelegt, es kommt zur Sprache, was das Leben bringt. Themen tauchen auf, wenn es Zeit ist für sie, man verweilt in der Therapie eine Weile bei ihnen, geht weiter und kehrt, wenn es wichtige Themen sind, später wieder zu ihnen zurück.

Leitend in der Therapie sind für mich die Emotionen und Stimmungen. Sie sind tief mit der eigenen Geschichte verwoben. Sich auf Emotionen einzulassen, braucht Vertrauen, Emotionen wollen vom Gegenüber wahrgenommen und beantwortet werden. Das genaue Erkennen und Benennen der Emotionen, das Verstehen der Situation, in der die Emotion ausgelöst worden ist, treiben den therapeutischen Prozess weiter.

Um eine Veränderung herbeizuführen, braucht es Mut, zuerst Mut hinzuschauen und dann auch Mut, Neues zu versuchen. Und es braucht viel Übung im realen Leben. Es kann schon sein, dass sich etwas erst langsam im geschützten therapeutischen Raum zeigen und entwickeln kann, aber meine langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass es immer, wenn man einen deutlichen Schritt weiterkommen will, den Übergang in die Lebenswelt braucht.

Im Fokus steht die Lebensrealität

Manchmal sagt man, oft nicht ganz zu Unrecht, man müsse dies oder jenes aufarbeiten, ohne klar zu wissen, was das eigentlich heisst. Man spürt, dass sich alte Dinge störend in den Lebensvollzug einmischen, dass man ähnliche Fehler wiederholt, dass ähnliche Situationen sich wieder konstellieren. Es stimmt natürlich, dass die eigene Geschichte zentral ist und dass es wichtig ist, mit Geschehenem irgendwie ausgesöhnt zu sein.

Dennoch gibt es keinen Grund, die Geschichte ins Zentrum der Therapie zu rücken.

In aller Regel gehe ich von der aktuellen Lebenssituation aus, von dem, was aktuell bewegt. Dabei ist es mir wichtig, genau und sorgfältig miteinander hinzusehen und nicht schnell mit dem Urteil zu sein. Aus diesem genauen Hinsehen finden wir zu einem vorläufigen Verständnis und auch zu Ideen, was vielleicht hilfreich sein könnte.

Manchmal geben diese aktuellen Situationen auch Anlass danach zu fragen, weshalb man gerade so empfindet, handelt oder wahrnimmt. Dann macht es Sinn, nach den lebensgeschichtlichen Bedingungen zu fragen. Oft wird so das eigene Erleben und Verhalten verständlicher.